Duftende Pflanzen kitzeln die Nase
Ein Garten ist ein Fest für die Sinne: Bunte Blüten und farbenprächtige Schmetterlinge sind ein Augenschmaus, singende Vögel und summende Bienen erfreuen das Ohr, Obststräucher und -bäume bieten Gaumenfreuden. Und auch die Nase wird verwöhnt, denn viele Pflanzen machen mit aromatischen Düften auf sich aufmerksam.
Bei duftenden Pflanzen denken viele Hobbygärtner zuerst an Rosen. Ein intensives Aroma verströmen aber längst nicht alle Züchtungen. Wer besonders schön duftende Sorten sucht, sollte zu Englischen Rosen greifen – ein ausgeprägter Duft war eines der Ziele, als die ersten Englischen Rosen gezüchtet wurden. Aber auch viele andere großblumige Rosensorten verzaubern die Nase mit ihrem Wohlgeruch.
Wem die Rosenzucht zu aufwändig ist, findet unter den einjährigen Blütenpflanzen eine genauso große Auswahl an Nasenschmeichlern. Zum Beispiel das Eisenkraut, das mit seinem intensiven Zitrusduft für eine frische Note sorgt. Die einjährige Engelstrompete eignet sich besonders, um nach dem Arbeitstag im Duftgarten zu entspannen, denn diese Pflanze verströmt ihr Aroma vor allem abends. Intensive Duftnoten bieten auch viele Küchenkräuter wie Lavendel und Thymian, die mit wenig Aufwand gedeihen.
Mit ein wenig Fingerspitzengefühl bei der Pflanzenauswahl können Gartenfreunde dafür sorgen, dass ihr grünes Wohnzimmer während der gesamten Wachstumsperiode intensiv duftet. Unter den Frühblühern eignen sich vor allem verschiedene Schneeball-Arten. Die duftenden Züchtungen verbreiten ihr betörendes Aroma bereits, wenn viele andere Pflanzen noch im Winterschlaf sind. Die ersten Knospen öffnen sich im Winter, die Hauptblütezeit reicht von März bis April. Ebenso früh dran ist der Seidelbast. Dessen rosa- bis purpurfarbene Blüten wachsen direkt am Stamm, erst nach der Blütezeit wachsen dem Seidelbast Blätter.
Im Sommer ist Flieder ein besonders ergiebiger Duftspender – und er erfreut das Auge mit Blüten, die von Juli bis Oktober dicht an dicht an den langen, überhängenden Zweigen sitzen. Das Farbspektrum beschränkt sich nicht nur auf Fliederfarben – es gibt eine Vielzahl von Schattierungen von dunklem Lila über Hellblau, Pink und Rosa bis zu Weiß. Gegen Ende des Gartenjahres wird die Auswahl an duftenden Blütenpflanzen rarer. Aber auch dann gibt es noch attraktive Pflanzen wie die Herbstzeitlose mit ihrem Honigaroma und das Alpenveilchen, dessen duft an Maiglöckchen erinnert.
Für alle Duftpflanzen gilt: Das schönste Aroma wird nicht wahrgenommen, wenn es sich schnell in alle Himmelsrichtungen verflüchtigt. Deshalb bei der Planung eines Duftgartens auf Windschutz achten. Wenn die aromatischen Pflanzen vor einer Hauswand wachsen, von Hecken oder Mauern umgeben sind, kommt ihr Duft am intensivsten zur Geltung.


