Wildtomaten-Basis macht die Pflanzen robuster
Wer einmal einen Salat oder eine Pastasauce mit Tomaten aus dem eigenen Garten zubereitet hat, weiß: Sonnengereift und frisch vom Strauch schmecken die roten Früchte viel besser als aus dem Supermarkt. Trotzdem scheuen viele Hobbygärtner vor einem eigenen Tomatenbeet zurück. Zu aufwändig, zu empfindlich, zu wenig Ertrag – so lauten die Vorurteile. Mit einem bewährten Trick aus dem Gärtnerhandwerk wird die Tomatenzucht aber deutlich erleichtert.
Veredelung heißt der Kniff, der Tomatenpflanzen deutlich robuster macht und reichere Ernte verspricht. Bei Obstbäumen wird diese Technik seit Jahrhunderten angewendet, bei der der Trieb einer Sorte auf eine andere Pflanze transplantiert wird. Dieses Verfahren wird seit einiger Zeit auch bei Gemüse genutzt.
Bei veredelten Tomaten dient meist eine Wildtomate als Unterlage. Diese steigert die Wuchsfreudigkeit und macht die Pflanze unempfindlicher gegen Kälte und Pilzkrankheiten. Der Ertrag einer veredelten Tomate fällt deutlich reicher aus als bei nicht veredelten Sorten, so dass der höhere Preis mehr als ausgeglichen wird. Auf der Grundlage der Wildtomate bieten die veredelten Gewächse ein riesiges Sortenspektrum, in dem jeder Hobbygärtner seine Favoriten in Sachen Form, Farbe und Geschmack finden wird.
Ähnlich robust wie die veredelten Gewächse ist eine Reihe von historischen Tomatensorten, die jetzt wiederentdeckt werden. Unter so ausgefallenen Namen wie Weißes Zebra und Schwarze Pflaume leckere Alternativen zur Supermarkt-Tomate.
Ob veredelt oder historisch, für alle Tomatensorten gilt: Sie brauchen viel Sonne und mögen es nicht zu feucht. Der beste Standort für Tomatensträucher ist deshalb vor der Südwand eines Hauses. Dort bekommen sie am meisten Licht, das Mauerwerk reflektiert die Wärme zusätzlich. Außerdem schützt der Dachvorsprung die Pflanzen vor zu viel Regen.
Wer jetzt Tomaten pflanzen möchte, sollte allerdings noch ein paar Tage warten. Erst wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, gehören die Pflanzen in den Garten. Damit sich die Tomaten schnell einleben, empfiehlt sich spezieller Tomatendünger. Anderer, stark stickstoffhaltiger Dünger macht sich auf dem Esstisch bemerkbar. So gedüngten Früchten fehlt es an Aroma – und gerade ihr intensiver Geschmack macht Tomaten aus dem eigenen Garten doch so attraktiv.

