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Monats-Archiv für August 2008

Frühlingsboten jetzt auf die Reise schicken

Dichte Zwiebelblumen-Beete mit der Schichtmethode

FrühlingszwiebelnSie sind die schönsten Boten des Frühlings: Frühblüher wie Narzissen, Tulpen oder Hyazinthen sorgen nach dem dunklen Winter für die lang ersehnten Farbtupfer. Mit dem Einpflanzen der Blumenzwiebeln im  Spätsommer und Herbst legen Hobbygärtner die Grundlagen für die nächste Gartensaison. Dabei gilt es, einige Tipps zu beachten.

Zwiebelpflanzen gedeihen besonders gut, wenn sie gute, lockere Erde haben und vor starken Winden geschützt sind. Die meisten dieser Gewächse bevorzugen eine sonnige Lage, es gibt jedoch auch solche, die sich im Halbschatten wohl fühlen. Dazu gehören Hundszahn, Schneeglöckchen, Hasenglöckchen, Märzbecher, Blausternchen und die zierliche Schachbrettblume.

Wichtig ist die richtige Bodenaufbereitung vor dem Einpflanzen: Die Erde sollte umgegraben und von Unkraut und Steinen befreit werden, dann Torf oder gut verrotteten Gartenkompost untermischen. Jetzt kann gepflanzt werden.  Faustregel für die optimale Pflanztiefe: Das Loch muss doppelt so tief sein wie der Durchmesser der Blumenzwiebel. Die Zwiebeln werden mit der Spitze nach oben eingesetzt und anschließend mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Diese Arbeit geht mit speziellen Zwiebelpflanzern aus dem Fachmarkt deutlich leichter von der Hand.

Wer Narzissen oder andere Zwiebelblumen in den Rasen pflanzen möchte, sollte sie nicht einzeln verteilen. Es wirkt natürlicher, wenn sie in Gruppen wachsen, bei Narzissen zum Beispiel als Trupp von zehn bis 15 Zwiebeln. Dies erleichtert auch die Pflege des Rasens, denn man kann später gut um die Pflanzstelle herum mähen.

Eine tolle Möglichkeit, möglichst viele Frühblüher auf kleiner Fläche unterzubringen und deren Blütezeit zu verlängern, bietet die Schichtmethode. Dazu werden die Blumenzwiebeln versetzt und unterschiedlich tief eingepflanzt. Große Blumenzwiebeln wie die der Narzissen kommen in die unterste Schicht und werden mit Erde bedeckt. Darüber werden kleinere und früher blühende Zwiebeln wie Krokusse oder Schneeglöckchen verteilt. Anschließend alles mit Erde bedecken und gut angießen. Diese Methode eignet sich für Beete genauso gut wie für Pflanzgefäße.

Weil Blumenzwiebeln und Knollen keine Staunässe vertragen und in nassem Boden schnell faulen, ist bei der Standortwahl ein guter Wasserabfluss wichtig. Wenn der Gartenboden zu schwer ist, kann er wasserdurchlässiger gemacht werden, indem man groben Sand untermischt. Außerdem zu beachten: Die Blumenzwiebeln müssen möglichst rasch nach dem Kauf eingepflanzt werden. Wer sich damit etwas mehr Zeit lassen möchte, sollte sie an einem trockenen, gut belüfteten und dunklen Platz lagern.


Blau, blau blüht der Enzian

Grüße aus den Bergen im eigenen Garten

GentianaDen Charme von schroffen Felswänden, grünen Almen und plätschernden Gebirgsbächen können sich Hobbygärtner auch in ihre grüne Oase holen. Viele Pflanzen der Bergwelt gedeihen auch in unseren Gärten. Ein Beispiel ist der Herbstenzian, der jetzt seine Blüten entfaltet.

Die klassische Herbstenziansorte mit dem botanischen Namen Gentiana sino-ornata ist mit ihren strahlend blauen Blüten auch die auffälligste unter den zahlreichen Züchtungen. Attraktiv für den heimischen Garten ist auch die sehr kräftig wachsende Sorte Midnight, die nachtblau blüht. In mittelblau leuchtet die Sorte Azurblau, einen ungewöhnlichen Farbton steuert die Variante Alba bei, die weiße Blüten besitzt.

Als echte Gebirgsblume ist der Enzian in Steingärten besonders gut aufgehoben, auf kargen Böden fühlt er sich wie zu Hause. Er kann aber auch in normale Beete gepflanzt werden. Die zehn bis 15 Zentimetern hohen Herbstenziane eignen sich auch sehr gut für Pflanzschalen, in denen es in dieser Jahreszeit sonst wenig bunte Blüten gibt.

Die einzelnen Pflanzen sollten nicht zu eng nebeneinander gesetzt werden, damit jede ausreichend Wurzelwerk entwickeln kann, um genügend Nährstoffe aus dem Boden zu bekommen. Wichtig ist auch die Bodenqualität: Die Erde sollte leicht feucht und sauer ist. Wer in seinem Garten lehmigen oder zu kalkhaltigen Boden hat, kann diesen mit grobem Torf entsprechend aufarbeiten.

Eine Alternative für schwerere Böden ist der Wellensittich-Enzian. Die Sorte mit dem kuriosen Namen verträgt auch kalkhaltige Erde und sieht zudem extravagant aus: Sie hat sehr schmale, nadelförmige Blätter in hellgrün und hellblaue Blüten, die außen weiß und grün längsgestreift sind.

Eine optimale Begleitung für Enzian ist das Edelweiß – nicht nur, weil es genauso wie der Enzian für die Pflanzenwelt des Gebirges steht, sondern auch, weil das Edelweiß zur selben Zeit wie der Herbstenzian seine Blüten entfaltet mit seinen silbrigen Blättern und den weißen Blüten einen schönen Kontrast zum leuchtend bunten Enzian bildet.

Andere Pflanzen, die hervorragend zum Herbstenzian passen, sind seine nahen Verwandten: Früh blühende Enziansorten ergänzen sich in der Blütezeit optimal mit den Herbstvarianten. Wer beide in einem Beet kombiniert, hat von Mai bis September leuchtend blaue Grüße aus dem Gebirge in seinem Garten.